Unser Name der SHG (Selbsthilfegruppe) "Lebig" bezieht sich auf das wieder Lebendigsein.

Aus der altdeutschen Sprache stammend wurde "LEBIG" in der bayerischen Mundart genutzt. 

(J.A.Schmeller: Bayerisches Wörterbuch Bd.2, 1828, S.421)

Theodor Strom (Jurist und bedeutender deutscher Schriftsteller) verwandte den Begriff in seiner Novelle "Der Schimmelreiter"

"(…) Ein Angorakater ist´s gewesen - so groß! Aber dein Vater hat ihn totgeschlagen. Wenn er noch lebig wäre, könntest du auf ihm reiten."

 

Wir sind freudiger Weise nicht tot, waren jedoch sehr nah dran.


Wir sind lebig, bringen dies durch unser Logo zu Ausdruck!

 

Beide Gesichtshälften gehören zu uns.

Die linke Seite zeigt unsere akute, betroffene Situation.

Mitten durch unser Gesicht der tiefe Einschnitt unseres Schicksals.

Auf der rechten Gesichtshälfte spiegelt sich der Versuch unserer Gruppengemeinschaft wider,

durch Verstehen und Vertrauen das verloren gegangene Lächeln wieder zu erlernen.

Wir wollen lebendig und wertvoll bleiben.

 

Reiße ein Blatt Papier durch - eine leichte Sache.

Lege 30 Blätter hinzu und versuche es erneut.

Verstehst Du?

 

Denn, gemeinsam sind wir stärker! ...seit dem 18.04.2009

Mein Name ist Anne-Kathrin, ich wurde 1975 am größten Brackwassermeer der Erde, der Ostsee, in Rostock geboren. Am 03. Mai 2001 erlitt ich einen enorm schmerzlichen Verkehrsunfall mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma (SHT).

Nach den düsteren Tagen, Monaten, ja Jahren, bin ich glücklicherweise wieder agiler. An reguläre Arbeit ist leider nicht zu denken, so probiere ich meine Leistungsfähigkeit, indem ich mit viel Unterstützung die Selbsthilfegruppe „Lebig“ organisiere.

Oftmals überfordern mich meine selbst gesetzten Ansprüche, doch auch nach 17 Jahren, will und kann ich meine Behinderung nicht akzeptieren.

Mir ist rein rational bewusst, dass ich mir damit ins „eigene Fleisch schneide“, doch zu heftig ist mein Wunsch, ja meine enorme Herzensangelegenheit, wenigstens geringfügig an mein altes Leben anzuknüpfen.

Zu meinem Ereignis: Frühling 2001

Meinen Weg zur Arbeit legte ich „Knall auf Fall“ zurück. Mich zerquetschte ein Schwertransporter, der die gleiche Bundesstraße ohne Genehmigung befuhr. So kam ich nicht mehr als Krankenschwester, sondern als „kranke Schwester“ viele Monate später zurück ins Leben.

Von nun an wurde mein Leben zu sehr harter Arbeit!

Wohin mein Weg genau führte, entschieden meine Kraft, Vehemenz, einschließlich meiner genutzten Zeit, während der Rehabilitation.

Welche leider immer noch keinen Abschluss findet.

Vorerst wurde das Fahrtziel einschließlich Transportmittel gewechselt, was da hieß: Intensivstation Uniklinik Bonn, in einem Hubschrauber unter ärztlicher Begleitung.

Absurderweise, durch den Stationsarzt meiner dienstlichen Nachbarstation.

DANKESCHÖN mein Lebensretter: Dr. DIRK ARCHUT! Auch ein Dankeschön an das Ärzteteam und Pflegepersonal der Uniklinik Bonn sowie der Reha Godeshöhe, meinen Eltern und Freunden!!!

Zu den endgültigen Diagnosen zählten: Koma, Genickbruch, schweres axiales Schädelhirntrauma mit Hirnstammquetschung und Blutungen, subduralem Hygrom links frontal, Halbseitenlähmung rechts, Rückenmarkkontusion, leichtes hirnorganisches Psychosyndrom.

Mit diesen Befunden trennten sich Freund! und Freunde, doch es entwickelten, sich andere neue gewichtige Zusammenhalte, denn gemeinsames Leid vereint – bindet, ja stärkt!

Versuche bitte ein Blatt zu zerreißen    –    simpel gell?

Lege bitte 30 dazu! Und nun trenne sie erneut! – verstehst Du?

So kräftigst und stabilisierst Du uns mit Deinen Erfahrungen!

Öffne Dich, lasse Dich ernst nehmen und wir schaffen zusammen Rahmenbedingungen, im Umgang und Konfrontation

mit uns wieder „L e b i g“ e n.    

 

 

 

Mein Name ist Sabine. Ich bin 1965 in Bonn geboren und erlitt am 03.05.2010 einen schweren Schlaganfall.

Ich hatte schon seit meiner Kindheit immer wieder Migräneanfälle. So das ich auch bei den damaligen starken Kopfschmerzen mit starker Übelkeit an eine weitere Migräneattacke dachte. Ich machte es wie immer und legte mich in mein abgedunkeltes Zimmer ins Bett. Ich ruhte bis der Anfall vorüber war. Doch diesmal war es anders. Am späten Abend hatte ich plötzlich nach mehreren Brechreizattacken Lähmungserscheinungen in der linken Körperhälfte. Ich konnte nicht mehr gehen und auch meinen linken Arm nicht mehr gezielt bewegen. Mit dem Notarzt kam ich in die Uniklinik. Später folgten dann Reha-Aufenthalt und nach ca. 5 Monaten kam ich wieder nach Hause.

Inzwischen lebe ich seit 6 Jahren mit einer linksseitigen Hemiparese. Ich kann kurze Strecken gehen und komme im Alltag mit meiner Familie einigermaßen zurecht.

Vor 2 Jahren lernte ich auf einer Fahrradtour für Menschen mit Behinderungen die Selbsthilfegruppe Lebig kennen. Seitdem bin ich dabei und genieße den Austausch mit anderen Hirnverletzten und natürlich auch unsere gemeinsamen Unternehmungen.
Ich bin sehr glücklich andere Hirnverletzte kennengelernt zu haben, mich auszutauschen zu können und Verständnis und Rücksichtnahme zu erfahren.
Ich habe tolle Menschen kennengelernt!
Dafür bin ich sehr dankbar.

 

 

 

Mein Name ist Susanne, ich bin jetzt 60 Jahre alt. Ich hatte vor 10  Jahren einen Schlaganfall.

Ich war beruflich als Pharmareferentin den Arztpraxen tätig. Ich bekam einen so starken Kopfschmerz.

Das war nicht normal.

Ein Krankenwagen wurde bestellt und fuhr mich in die Neurologie. Ich konnte nicht mehr gehen.

Eigentlich kann ich mich an gar nichts erinnern.

Nach 2 tagen wurde ich wieder ein bisschen wach.

Ich hatte eine Dissektion (zerreißen) der Halsschlagader.

Der Durchmesser so verengt, das Blut stockt, man konnte nicht operieren weil es so ungünstig lag.

Mein Sprachzentrum war betroffen. Ich weiß was ich sagen will.

Doch das Wort kommt nicht raus.

Das war nicht schön. Nach 3 Wochen kamen die ersten Worte raus.

Viele Monate vergingen in der Reha mit Logopädie, Ergo- und Physiotherapie.

Meistens ging es nicht so wie ich wollte.

Viele Tränen flossen, weil auch das Lesen und Zählen nicht so gut klappte.

 

Eigentlich habe ich schon viel geschafft.