Das sind wir wieder Lebigen

 

16 02 22 Sabine

Mein Name ist Sabine. Ich bin 1965 in Bonn geboren und erlitt am 03.05.2010 einen schweren Schlaganfall.

Ich hatte schon seit meiner Kindheit immer wieder Migräneanfälle. So das ich auch bei den damaligen starken Kopfschmerzen mit starker Übelkeit an eine weitere Migräneattacke dachte. Ich machte es wie immer und legte mich in mein abgedunkeltes Zimmer ins Bett. Ich ruhte bis der Anfall vorüber war. Doch diesmal war es anders. Am späten Abend hatte ich plötzlich nach mehreren Brechreizattacken Lähmungserscheinungen in der linken Körperhälfte. Ich konnte nicht mehr gehen und auch meinen linken Arm nicht mehr gezielt bewegen. Mit dem Notarzt kam ich in die Uniklinik. Später folgten dann Rehaaufenthalt und nach ca. 5 Monaten kam ich wieder nach Hause.

Inzwischen lebe ich seit 6 Jahren mit einer linksseitigen Hemiparese. Ich kann kurze Strecken gehen und komme im Alltag mit meiner Familie einigermaßen zurecht.

Vor 2 Jahren lernte ich auf einer Fahrradtour für Menschen mit Behinderungen die Selbsthilfegruppe Lebig kennen. Seitdem bin ich dabei und genieße den Austausch mit anderen Hirnverletzten und natürlich auch unsere gemeinsamen Unternehmungen.
Ich bin sehr glücklich andere Hirnverletzte kennengelernt zu haben, mich auszutauschen zu können und Verständnis und Rücksichtnahme zu erfahren.
Ich habe tolle Menschen kennengelernt!
Dafür bin ich sehr dankbar.

 

Mein Name ist Anne-Kathrin und ich bin 1975, am größten Backwassermeer der Erde, der Ostsee, in Rostock geboren. Ich erlitt am 03. Mai 2001 einen sehr, sehr heftigen Verkehrsunfall mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma (SHT).

Nach den düsteren Tagen, Monaten, ja Jahren, bin ich glücklicherweise wieder agiler. An reguläre Arbeit ist leider nicht zu denken, so probiere ich meine Leistungsfähigkeit, indem ich mit viel Unterstützung die Selbsthilfegruppe „Lebig“ organisiere.

Oftmals überfordern mich meine selbstgesetzten Ansprüche, doch auch nach 15 Jahren, will und kann ich meine Behinderung nicht akzeptieren.

Mir ist rein rational bewusst, dass ich mir damit ins „eigene Fleisch schneide“, doch zu heftig ist mein Wunsch, ja meine enorme Herzensangelegenheit, wenigstens geringfügig an meinem alten Leben anzuknüpfen.

zu meinem Ereignis:

Frühling 2001

Meinen Weg zur Arbeit legte ich „Knall auf Fall“ zurück. Mich zerquetschte ein Schwertransporter, der die gleiche Bundesstraße ohne Genehmigung befuhr. Ich kam nicht mehr als Krankenschwester, sondern als „kranke Schwester“ zurück.

Von nun an wurde mein Leben zu sehr harter Arbeit!

Wohin mein Weg genau führte, entschieden meine Kraft, Vehemenz, einschließlich meiner genutzten Zeit, während der Rehabilitation.

Welche leider immer noch keinen Abschluss findet.

Mein Ereignistag fiel auf den 3.Mai 2001.

Vorerst wurde das Fahrtziel einschließlich Transportmittel gewechselt, was da hieß: Intensivstation Uniklinik Bonn, in einem Hubschrauber unter ärztlicher Begleitung.

Absurderweise, durch den Stationsarzt meiner Nachbarstation.

DANKESCHÖN mein Lebensretter: Dr. DIRK ARCHUT! Auch ein Dankeschön an das Ärzteteam und Pflegepersonal der Uniklinik Bonn sowie der Reha Godeshöhe, meinen Eltern und Freunden!!!

Zu den endgültigen Diagnosen zählten: Koma, Genickbruch, schweres axiales Schädelhirntrauma mit Hirnstammquetschung und Blutungen, subduralem Hygrom links frontal, Halbseitenlähmung rechts, Rückenmarkkontusion, leichtes hirnorganisches Psychosyndrom.

Mit diesen Befunden trennten sich Freund! und Freunde, doch es entwickelten, sich andere neue gewichtige Zusammenhalte, denn gemeinsames Leid vereint – bindet, ja stärkt!

Versuche bitte ein Blatt zu zerreißen    –    simpel gell?

Lege bitte 40 dazu! Und nun trenne sie erneut! – verstehst Du?

So kräftigst und stabilisierst Du uns mit Deinen Erfahrungen!

Öffne Dich, lasse Dich ernst nehmen und wir schaffen zusammen Rahmenbedingungen, im Umgang und Konfrontation

mit uns wieder „L e b i g“ e n.    

 

Sabine, Friederike, Susanne entschieden sich u.a. für uns!

 

 

Mein Name ist Friederike Lowitz. Ich hatte am 24.06.2007 einen schweren Reitunfall. Ich bin zusammen mit meinem Pferd gestürzt. Es ist dabei ein bisschen auf mich draufgefallen. Daran kann ich mich zum Glück gar nicht mehr erinnern. Ich bin mit diesem Pferd bis L-Springen geritten. Da sind die Hindernisse bis 1,20m hoch. Ich habe aufgrund des Sturzes ein Schädelhirntrauma III. Grades erlitten. Das Pferd besitze ich immer noch, aber es steht dank einer Studienkollegin von mir jetzt auf einem großen Milchgestüt im Odenwald. Da habe ich es auch schon besucht. Es geht ihm natürlich gut, aber ich würde mich schrecklich gern wieder ganz selbst drum kümmern. Aber da hängen so viele Voraussetzungen dran: selbstständig Leben können und auch wieder Auto fahren. Die Selbsthilfegruppe hat mir dahingehend geholfen, dass ich zum ersten Mal Leute getroffen habe, die das gleiche Problem haben, wie ich.

 

Neben Ergo-, Physiotherapie und Logopädie mache ich auch Neuropsychologie und therapeutisches Reiten. Das ist generell sehr gut für mein Körpergefühl. Schreiben tue ich dank der manuellen Biofeedbacktherapie auch wieder sehr gut. Ich spiele auch wieder fast so Tischtennis, wie früher. Ich bin sehr motiviert, was meine berufliche Zukunft angeht.

 

Meine Universität hat jetzt zumindest eine Bescheinigung über das Vordiplom geschickt. Leider das einzige, was ich vorzuweisen habe. Vielleicht kann ich doch irgendwann mal einen Beruf erlernen. Ich hoffe auch sehr, dass mein kleiner Bruder auszieht und ich dann im UG einen eigenen Haushalt führen kann. Dazu ist zu sagen, dass das kein UG im Sinne von Keller ist, da wir ein Hanghaus haben. Also ganz normal mit einer Sonnenseite. Zur Zeit würde es mir aber noch schwer fallen, einen eigenen Haushalt zu führen.

 

Mein Drang, irgendetwas Sinnvolles zu tun, ist ziemlich groß. Deswegen helfe ich jetzt bei der Ortskirche mit.

 

Ich war immer ziemlich perfekt. bzw. wollte es leider sein. Schon in der Schule war ich sehr gut und meine Eltern mussten sich nie groß Gedanken um mich machen. Bis zu dem tragischen Unfall……

 

 

 

 

 

 

 

Mein Name ist Susanne, ich bin jetzt 52 Jahre alt. Ich hatte vor 3 Jahren einen Schlaganfall.

Ich war beruflich als Pharmareferentin den Arztpraxen tätig. Ich bekam einen so starken Kopfschmerz.

Das war nicht normal.

Ein Krankenwagen wurde bestellt und fuhr mich in die Neurologie. Ich konnte nicht mehr gehen.

Eigentlich kann ich mich an gar nichts erinnern.

Nach 2 tagen wurde ich wieder ein bisschen wach.

Ich hatte eine Dissektion (zerreißen) der Halsschlagader.

Der Durchmesser so verengt, das Blut stockt, man konnte nicht operieren weil es so ungünstig lag.

Mein Sprachzentrum war betroffen. Ich weiß was ich sagen will.

Doch das Wort kommt nicht raus.

Das war nicht schön. Nach 3 Wochen kamen die ersten Worte raus.

Viele Monate vergingen in der Reha mit Logopädie, Ergo- und Physiotherapie.

Meistens ging es nicht so wie ich wollte.

Viele Tränen flossen, weil auch das Lesen und Zählen nicht so gut klappte.

 

Eigentlich  habe ich schon viel geschafft.

 

Chrissy

 

Christiane

http://www.hirntumor.de/forum/index.php?PHPSESSID=tnf8e31jorf5hn3raa5vf51902&topic=306.0

 

 

  10 Responses to “Das sind wir wieder Lebigen”

  1. Hallo liebe Lebige,
    bevor ich mich morgen in den Urlaub verabschiede, möchte ich Euch noch viel Spaß bei Fritzis Grillfest wünschen!
    Unter Anbetracht der Tatsache, dass Klaus W. eingeladen wurde ( und wahrscheinlich auch kommen wird!) bin ich gar nicht böse drum, nicht dabei sein zu können!!!
    Jetzt möchte ich mich noch für den 25.8. zum Treffen entschuldigen, werde dann nicht komme können!
    Im Sept. bin ich wieder dabei.
    Ihr Lieben – ich wünsche Euch eine gute Zeit!

    Eure Elke
    Liebe Crissi – ich denke an Dich und hoffe ganz stark, dass es Dir besser geht!!

    • Dankeschön für deine Meldung!

      Zauberhafte Urlaubstage wünschen wir euch und bis zum September!!!!

      herzlich anne-Kathrin

  2. Ich sitze noch am PC, weil schon alles für das Grillen vorbereitet ist!

    Freue mich sehr Euch!!!

    CU Fritzi

  3. Hallo Ihr Lebigen!
    wer von Euch hätte Lust, mich zu einer Ü30Party in die Beethovenhalle in Bonn zu begleiten?!!
    2 finden dieses Jahr noch statt, am 12.10. und am 30.11.2013 jeweils um 20 Uhr!
    Ich habe den Prozess beim Arbeitsgericht gewonnen, daher einen Grund zu feiern und würde deshalb bei der Gelegenheit „ne Runde schmeissen“!!!!
    wer kommt mit???

    Eure Elke

  4. Liebe Ann-Kathrin,

    ich stieß gerade auf deine Seite nachdem ich deinen Bericht auf den Seiten der Hannelore Kohl Stiftung gelesen habe. Deine Idee das SHT nicht zu akzeptieren war mein erfolgreicher Weg.

    Mit dieser Einstellung habe ich das SHT nahezu komplett kuriert und mein Studium erfolgreich abgeschlossen.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg und freundliche Grüße

    Moritz

    • Lieber Moritz, magst du über dich etwas mehr schreiben?

      Was ist dir zugestoßen? Wie alt bist du? Wie lange ist der Tag deines SHt´s her?

      Welche Beeinträchtigungen hattest du? Wie sehen diese heute aus, falls es noch welche gibt?

      Dankeschön für deine Zeilen?

      Fragenden Gruß anne-Kathrin

      • Hallo Ann-Kathrin,

        am 20.12.2013 bin ich abends über die Straße gelaufen (ausgeschaltete Ampel) und wurde von einem Auto angefahren. Danach kamen die 20 Tage ohne Erinnerung, während dieser Tage lag ich im Bundeswehrkrankenhaus Ulm und wurde ins Hegau Jugendwerk in Gailingen verlegt. Im Bundeswehrkrankenhaus wurde ich ins künstliche Koma gelegt und beatmet.
        Zum Unfallzeitpunkt war ich 27 Jahre jung. Jetzt bin ich zwei Jahre älter und der Unfall liegt erst 1,5 Jahre zurück.

        Neben dem schweren SHT hatte ich eine komplexe Schädelbasisfraktur und ein Subduralhämatom. Ich hatte eine Wortfindungsstörung auf hohem Niveau.

        Dieser Einschränkungen habe ich in der tollen Reha abgelegt

        Freundliche Grüße
        Moritz

        • Unglaublich, wie formal du dich wieder artikulieren kannst – Ich freue mich ganz

          arg für dich!

          Wie ich las, bist du aktiv in deiner Qualifikation (Student Bachelor Wirtschaftsrecht/ Business Law LL.B.)

          Hast du keine Schwierigkeiten mit deinem Kurzzeit-Arbeitsgedächtnis?

          Wie meisterst du dein Studium?

          Fragenden Gruß anne-Kathrin

  5. Hallo Anne-Kathrin,

    ich hab meinen Blog heute mal aktualisiert, denn ich habe mein Studium im Januar erfolgreich abgeschlossen.

    Nach dem Unfall hatte ich das Bedürfnis den Genesungsweg zu beschreiben, dies war auch der Anlass für den blog, den ich zuvor nur stiefmütterlich befüllt hatte. Übermorgen beginnt die gerichtliche Aufarbeitung des Unfall. Zum Prozessverlauf werde ich wieder berichten.

    Das Arbeitsgedächtnis ist wohl nicht schlechter, seit einem Jahr trainiere ich jedoch auch mit Neuronation. Dort wird mein Gehirnwert im Bereich des Gedächtnisses mit 76 ausgewiesen.

    Freundliche Grüße
    Moritz

    • Lieber Moritz,

      viel Kraft und Gelassenheit für deinen Prozess, es wird viel Verdrängtes angesprochen werden…

      Ich habe ´lumosity´ mit der Gruppe zum Trainieren des Arbeitsgedächtnisses aktiviert.

      Toll, dass du dein Studium erfolgreich meistertest!

      Alle guten Wünsche für deinen Weg!

      Herzlich anne-Kathrin

 Leave a Reply

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

(required)

(required)