Jun 262017
 

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Medienprojekt Wuppertal
TeilnehmerInnen und Kooperationspartner gesucht

Das Medienprojekt Wuppertal plant für eine Dokumentation zum Thema »Sexuelle Grenzverletzungen bei Menschen mit Behinderung« Interviews mit Betroffenen und deren Angehörigen sowie mit Personen, die mit Menschen mit Behinderung arbeiten, und ExpertInnen aus Beratungsstellen.

Der Schutz der Intimsphäre der interviewten Personen wird hierbei gewährleistet. Die filmischen Aufnahmen werden in Absprache mit den Interviewten durchgeführt. Es ist auch möglich, dass bei Menschen, die sich nicht verbalisieren können, z. B. MitarbeiterInnen oder Angehörige die erlebten Geschichten erzählen. Die Anonymisierung der Einrichtungen und der Betroffenen ist möglich, da es in dem Film nicht um eine Anklage geht, sondern um ein symbolisches Lernen aus erlebten Geschichten und dem Umgang damit.

Der Begriff der sexuellen Grenzverletzung umfasst alle Verletzungen der Intimsphäre und sexuellen Selbstbestimmung, z. B. sexuelle Ausbeutung, Nötigung, Belästigung, Missbrauch und andere Arten sexueller Übergriffe. Sexuelle Grenzverletzungen bei Menschen mit Behinderung liegen dann vor, wenn sie Objekt sexueller Bedürfnisse einer dritten Person werden. Einem Menschen mit Behinderung, insbesondere mit einer geistigen Behinderung, kann in gewissen Fällen nicht bewusst sein, wann eine Grenze überschritten wurde, oder er kann dies nicht verbalisieren. Die Täter kommen meistens aus dem Umfeld der Menschen: aus der eigenen Familie, dem Freundeskreis, dem Personal betreuender Institutionen etc. Übergriffe können auch zwischen Menschen mit Behinderung oder von diesen gegenüber Betreuenden passieren.

Die Dokumentation will dem großen Tabu der sexuellen Grenzverletzung bei Menschen mit Behinderung entgegenwirken. Themenschwerpunkte sind u. a. die psychischen Auswirkungen auf die Geschädigten, das unterschiedliche Erleben und Verarbeiten sexueller Traumatisierung, Schutz- und Risikofaktoren sexueller Übergriffe, Behinderung und Sexualität sowie Konzepte der Präventionsarbeit in Einrichtungen.

Der Film, an dem schon seit 2016 gearbeitet wird, soll in den kommenden Monaten weiter produziert werden. Nach seiner Fertigstellung wird er im Dezember 2017 öffentlich im Kino präsentiert und auf DVD für die Bildungs- und Präventionsarbeit vertrieben.

Wir bitten Sie, diesen Aufruf an Betroffene weiterzugeben und diese gegebenenfalls bei ihrem Interesse der Mitwirkung in der Kontaktaufnahme mit uns zu unterstützen. Da es in großen Einrichtungen wie Schulen, Wohn- und Werkstatteinrichtungen immer Betroffene geben wird, können wir gerne das Projekt und die Beteiligungsmöglichkeit bei Ihnen vor Ort direkt Ihren Klienten gegenüber vorstellen.

Das Medienprojekt Wuppertal hat seit vielen Jahren umfangreiche Erfahrungen mit Dokumentarfilmen mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt, Sexualität, Diskriminierung und Menschen mit Behinderung. So wurde z. B. vor einigen Jahren die viel genutzte Filmreihe »Behinderte Liebe« zum Thema Liebe und Sexualität und der Dokumentarfilm »Ausgegrenzt« zum Thema Diskriminierungen von Menschen mit Behinderung produziert.

Interessierte Personen und Institutionen melden sich bitte bei:

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Fon: 0202-563 26 47
E-Mail: info@medienprojekt-wuppertal.de
www.medienprojekt-wuppertal.de

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